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Sprache, Land und Literatur

22.10.2020 von 19:30 bis 21:00 Literaturhaus Freiburg, Bertoldstr. 17

Zweisprachige Lesung und Gespräch | Menschliche Dinge/Les choses humaines (Karine Tuil, Paris)

Die Farels sind schön und reich, haben Einfluss und Macht: Jean Farel ist ein prominenter Fernsehjournalist, seine Frau Claire eine Intellektuelle, bekannt für ihr feministisches Engagement. Ihr Sohn Alexandre, gutaussehend, sportlich, eloquent, studiert an einer Elite-Uni. Eine Familie wie aus dem Bilderbuch, könnte man meinen. Doch eines Morgens steht die Polizei bei den Farels vor der Tür, eine junge Frau hat Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet. Die glanzvolle gesellschaftliche Fassade zeigt gefährliche Risse. Inspiriert vom "Fall Stanford" und vor dem Hintergrund der #MeToo-Debatte, erzählt Karine Tuil in "Menschliche Dinge" von den Auswüchsen einer Gesellschaft, die auf Leistung und Selbstdarstellung getrimmt ist, in der sich jeder nimmt, was er haben will.

09.12.2020 von 18:00 bis 20:00 Online-Konferenz

Kolloquium des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte (PD Dr. Sonja Levsen) | Elections, piège à cons? Wahlbeteiligung als politischer Streitgegenstand in der V. Republik (Zoé Kergomard, Paris)

Sartres Wahlkritik aus dem Jahr 1972 findet in Frankreich bis heute Resonanz, verweist aber gleichzeitig auf die frühe Problematisierung der Wahlen und Referenden in der V. Republik. Während Akteure der 68er, aber auch der traditionellen Linken Wahlenthaltung als politischen Akt des Widerstands stilisierten, hatten die Gaullisten seit 1958 besonderen Wert auf hohe Beteiligungszahlen als Legitimitätsbeweis gelegt. Dieser Vortrag schlägt vor, die Wahlbeteiligung als politischen Streitgegenstand in der französischen Öffentlichkeit zu historisieren. Damit wird angestrebt, analytische Distanz zur heutigen Problematisierung der Wahlenthaltung als Symptom einer „Post-Demokratie“ zu gewinnen. Auch in den heute idealisierten Trente Glorieuses war Wahlbeteiligung nicht selbstverständlich -- und vielleicht legen die Wahlkritiker heute wie gestern nur den Finger in die offenen Wunden der V. Republik.